China Fan Imbiss sucht Nachfolge ?>

China Fan Imbiss sucht Nachfolge

China Fan Imbiss sucht Nachfolge
Von You Xie
Warum ich einen Imbiss betreibe
1988 kam ich zum Studium an die Universität Bamberg und studierte Germanistik, Journalistik und Europäische Ethnologie. Zur Zeit des Tian’anmen-Massakers war ich Bundesvorsitzender des „Verbandes der chinesischen Studenten und Wissenschaftler in Deutschland e. V.“ 1993 diplomierte ich über die Pressepolitik der Kommunistischen Partei Chinas. Von 1993 bis 1996 studierte ich Jura an der Universität Erlangen.
Meine Frau Shenhua Xie-Zhang ist auch zum Studium nach Bamberg gekommen. Unser Sohn Edwar Xie ist 1989 in Bamberg geboren und in St. Martin aufgewachsen, war Ministrant, Pfadfinder, Sternsinger … Er besuchte die Hainschule (1995-1999) und das Clavius-Gymnasium (1999-2008).
Meine Familie braucht Geld zum Leben, deshalb mache ich 1996 den Imbiss am Kranen auf. „China-Fan“ nenne ich meinen Schnellimbiss in Bamberg. Im Obergeschoss produzierte ich das einzige chinesischsprachige Nachrichtenmagazin Deutschlands „European Chinese News“.
Laut dem Geschäftsprinzip „gut, schnell, preiswert“ ist das Lokal am Kranen seit 25 Jahren legendär geworden. Der China Fan Imbiss ist eine Institution Bambergs.
Warum ich einen Nachfolger suche
Ich bin schon 62 Jahre alt, möchte langsam mit dem Imbiss aufhören. Der Mietvertrag dauert bis zum Juli 2025. In der Familie gibt es keinen Menschen, der/die den Imbiss übernehmen kann. Sehr schade!
Für Chinesen ist eine gute Bildung die Basis eines guten Menschen und ein wesentlicher Baustein der konfuzianischen Ordnung. Die Menschen mit ostasiatischem Hintergrund sind sehr stark durch die konfuzianische Kultur geprägt. Die Ostasiaten seien familien- und bildungsorientiert, die Eltern bereit, für ihre Kinder größte Opfer zu bringen, die Kinder pflichtbewusst den Eltern gegenüber.
Eine Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass von den 27.000 Einwohnern mit vietnamesischem Pass über 10.000 in der Gastronomie arbeiten, von 15.000 Thais sind es rund 3.000 und von 29.500 Chinesen fast 7.000. Rechnet man auch Japaner, Koreaner und Taiwanesen dazu, sind von 248.000 Asiaten (ohne deutschen Pass) 48.000 in der Gastronomie tätig, also rund ein Fünftel. Demgegenüber sind nur 4.500 von ihnen in Forschung und Entwicklung tätig, nur 3.500 arbeiten im Maschinenbau, im IT-Bereich sieht es mit 9.400 Beschäftigten nur unwesentlich besser aus.
2016 habe ich mich gegenüber VDI nachrichten im Interview geäußert, so wie folgt:
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Eine Umfrage durch meine Zeitschrift „European Chinese News“ im Jahre 2008 zeigte:
100% der chinesischen Restaurantbesitzer, die einen Hochschulabschluss hatten, lehnten ab, dass ihr Nachwuchs ihr Restaurant (Imbiss) weiterführe.
Auch nur 2% der chinesischen Restaurantbesitzer, die keinen Hochschulabschluss hatten, stimmten zu, dass ihr Nachwuchs ihr Restaurant (Imbiss) vielleicht weiterführe.
Das ist aber die Wahrheit. Von den 310.000 Asiatischstämmigen mit eigenem Einkommen beziehen laut Statistik nur 15.000 ein monatliches Nettoeinkommen von über 3.200 €.
Das mindert den Ehrgeiz vieler Ostasiaten nicht. Jedenfalls warte ich nicht darauf, dass mein Sohn Edwar später meinen China Fan Imbiss von mir übernehme. Edwar ist 31 Jahre alt, hat an der TU München Physik studiert, promoviert, arbeitet bei Infineon. Er ist verheiratet und hat schon drei Kinder, meine Schwiegertochter Maria ist Deutsche und Kindererzieherin. So gelingt bei uns Integration, aber niemand in der Familie will den Imbiss weiterführen.
Ich suche einen guten Nachfolger, dem ich meine Konzept, Rezept und Know-how schenken möchte. Der Imbiss muss weiterhin beliebt bleiben. Ente gut, alles gut!

Nora-Eugenie Gomringer (Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia)
Es ist sehr harte Arbeit, ich bewundere Sie, Sie, Kommilitone meiner Mutter, damals im Studium. Seit Jahren. So lange hat die Familie alles zusammen getragen. Es ist groß, dass Sie Ihrem Sohn seine Entscheidung lassen und sicher stolz Anteil nehmen an seinem Erfolg. – Ich hoffe, dass Sie in der Zukunft nicht mit zu wehem Herzen Ihren Betrieb aufgeben. Er hat so viele von uns jahrzehntelang als Schüler u Studenten genährt. Die “asiatische Erfahrung” in Deutschland ist eine so oft von dümmstem Vorurteil auf deutscher Seite begleitete. Ich habe zwei asiatische Schwägerinnen, die sich ein Leben in Dtl gar nicht vorstellen können nach den hier gemachten Erfahrungen. Ihre Arbeit, wie die aller Gastronomen ausländischer Cuisine ist so wichtig und Basis-integrativ. Hoffentlich liests ein Guter und Sie freuen sich, wenn Sie die Schlüssel übergeben können.

Rudolf Grafberger (Altbürgermeister)
Herzlichen Glückwunsch und Hochachtung für Deine Lebensleistung. Ich bin stolz, Dich als Freund zu haben.

Korbinian Kundmüller (Ehemaliger Schüler des CG)
Ich kenne die Familie Xie jetzt gefühlt mein ganzes Leben und bin dankbar für jeden Moment!
Daher Gratulor zum 25. Jubiläum! Mit dem Imbiss wird ein weiteres Bamberger Original aus Kindheitstagen verschwinden aber auf jeden Fall ein Vermächtnis hinterlassen. Ich wünsche dann einen verdienten Ruhestand und würdigen Nachfolger!

Thomas Silberhorn (Parlamentarischer Staatssekretär Bundesministerium der Verteidigung)
Herzlichen Glückwunschzum Jubiläum!
Für diese grandiose Lebensleistung, die Familie und Bildung in den Mittelpunkt stellt, habe ich größten Respekt.

Alexander Kropp (Referent • ‎Bayerisches Staatsministerium des Inneren)
Ich kann mich an die Eröffnung noch erinnern, war damals noch Student in der Geschichte-Fakultät. Später, als Assistent am Lehstuhl für Neueste Geschichte, war der China Fan Imiss immer wieder Anlaufpunkt (weißes Hänchenfleisch, mit Reis und Gemüse. Lecker!).
Alles Gute
weiterhin und viele Grüße aus München!

Klaus Gallenz (Stadtratskollege)
Lieber You – zu Euerem Jubiläum Dir und Deiner Gattin herzlichen Glückwunsch, alles Gute und dass Ihr einen guten Nachfolger findet !

Gabriele Seidl (Stadtratskollegin)
Lieber You Xie, ich wünsche Dir, dass Du bald einen würdigen Nachfolger findest. Du kannst mehr als zufrieden mit Deinem Lebensweg sein. Irgendwann im Leben muss man loslassen. Wenn man das erkannt hat kann man frei und bewusst die Zeit danach genießen. Viele liebe Grüße!


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