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You Xie

You Xie 谢盛友 ist ein Germanist, Journalist und Schriftsteller chinesischer Herkunft.

Er ist am 1. Oktober 1958 in Hainan / China geboren. Nach dem Abschluss des Germanistik-Studiums (B.A.) war er als Dolmetscher bei VW in Shanghai tätig. 1988 kam er zum Studium an die Otto-Friedrich-Universität Bamberg und studierte Germanistik, Journalistik und Europäische Ethnologie. 1993 diplomierte er über die Pressepolitik der Kommunistischen Partei Chinas. Von 1993 bis 1996 studierte er Jura an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 1999 gründete er die chinesischsprachige Zeitschrift European Chinese News, die ihr Erscheinen 2011 einstellte. Er ist seit 2006 Herausgeber der Europaausgabe der christlichen Zeitschrift „Overseas Campus“. Er gehört zu den 100 einflussreichsten Intellektuellen Chinas.

You Xie ist Vizepräsident der Association of Chinese Language Writers in Europe und lebt mit seiner Frau Shenhua Xie-Zhang in Bamberg, wo er den China Fan Imbiss am Kranen betreibt. Seit 2010 hat er die deutsche Staatsangehörigkeit.

You Xie ist evangelischer Konfession und verheiratet mit Shenhua Xie-Zhang 张申华, mit der er einen Sohn Edwar 谢于骅 (Edwar verheiratet mit Maria, geboren als Lipfert) hat.

Maria und Edwar haben eine Tochter Clara Matilda Xie 谢东平. Clara ist ein Nachfahre von Xie An ( 谢安,  320–385), des Herzogs Wenjing von Luling und des Gründers der Jin-Dynastie, in 58. Generation.

Lebensmotto:

Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut. (1 Korinther 10:23)

Identität

Mein Urahn Xie An (謝安, 320–385) war der Herzog Wenjing von Luling, Mitbegründer und Kanzler der Jin-Dynastie. Ich bin ein Nachfahre von ihm in 56. Generation. Die Jin-Dynastie und Familie Xie haben das Land China in Politik, Militär und Literatur sehr geprägt. Die Schulkinder in China lesen über Familie Xie in den Geschichtsbüchern.

Die Östliche Jin-Dynastie war eine Kaiserdynastie in der chinesischen Geschichte. Die Hauptstadt der Östlichen Jin-Dynastie ist das heutige Nanjing (damals wurde die Stadt Jiankang genannt). Das Territorium der Östlichen Jin-Dynastie war der mittlere und untere Lauf des Jangtsekiang. Gleichzeitig mit der Östlichen Jin-Dynastie gab es am mittleren und unteren Lauf des Gelben Flusses insgesamt 16 relativ kurzlebige, einander bekämpfende Staaten, deren Kaiser hauptsächlich von den nomadischen Völkern aus Nord- oder Westchina abstammten. In der chinesischen Geschichte werden sie zusammen als die Sechzehnkönigreiche bezeichnet.

 

Die Östliche Jin-Dynastie überdauerte abgeschieden in Südchina (das damals noch als Randgebiet des chinesischen Reiches galt) insgesamt 104 Jahre, mit insgesamt 11 Kaisern. Am Ende wurde die Dynastie durch eine Serie innere Unruhen schwer erschüttert, wodurch ein Mitglied einer mächtigen Familie, auf die sich der Kaiser zuletzt stützte, die Gelegenheit nutzen konnte, den Kaiser zum Abdanken zu zwingen und somit die Jin-Dynastie zu beenden.

Die Schlacht am Feishui dient als Pflichtlektüre im Geschichtsunterricht in der Schule und steht oft zum Thema im Gao Kao (das nationale Examen zur Hochschul-Matrikulation oder die Abschlussprüfung im chinesischen Schulsystem, die einen Eintritt in das Studium ermöglicht.)

Mein Urahn Xie An, unterstützt durch

淝水之战前后形势图
淝水之战前后形势图

seine Brüder Xie Shi und Xie Yan, und seinen Neffen Xie Xuan, war der Führer der Schlacht am Feishui. Die Schlacht am Feishui gilt als eine der wichtigsten Schlachten in der chinesischen Geschichte. Sie gilt von jeher als ein Beispiel dafür, dass eine zahlenmäßig weit unterlegene Armee einen vermeintlich viel stärkeren Gegner schlagen kann. Zudem besiegelte sie die Teilung Chinas in ein Nord- und ein Südreich für weitere 200 Jahre.

Nach der erfolgreichen Abwehr gegen die Bedrohung aus dem Norden verfiel die Jin-Dynastie wieder in ihre gewohnte innere Unruhe. Der erfolgreiche Minister Xie An, dessen Bruder die Armee in der Schlacht am Feishui befehlig hatte, wurde vom Kaiser verdächtigt und in Verbannung geschickt. Die Machtkämpfe zwischen verschiedenen Blöcken und Familien arteten in Bürgerkriegen aus. Verschiedene Lokalfürsten hatten sich de facto von der Zentralregierung abgesetzt und waren nur noch nominell der Zentralregierung hörig. Dann war die Östliche Jin-Dynastie untergegangen.

Die Nichte meines Urahns war Xie Daoyun (謝道韞), sie war mit Wang Ningzhi verheiratet, dem Sohn von Wang Xizhi (王羲之),der in China als Heiliger der Kalligrafie genannt ist. Wang Xizhi ist einer der bedeutendsten chinesischen Kalligrafen. Sein berühmtestes Werk ist das Vorwort zu der Gedichtsammlung vom Orchideenpavillon. Wang Xizhii war ein überragender Meister der chinesischen Kalligrafie wie auch sein Sohn und beide wirkten nicht nur schrifttheoretisch, sondern legten auch richtungsweisende Fundamente in der Weiterentwicklung der chinesischen Schrift.

Wang Xizhi äußerte sich in folgenden Worten über seine Kunst:

„Jeder waagerechte Strich ist wie ein Wolkenhaufen in Schlachtordnung; jedes Häkchen ist ein Bogen von großer Spannkraft; jeder Punkt ist wie ein Felsen, der vom Gipfel stürzt; jede Ausbiegung ist wie ein trockenes Weingerank von hohem Alter; jeder rasche, frei hingesetzte Strich ist ein Wettläufer am Start.“

Mein Urahn Xie An, sein Neffe Xie Xuan hatte einen Enkelsohn Xie Lingyun (謝靈運, 385–433). Er war bekannt als Herrzog von Kangle, und ist bis heute einer der berühmtesten Dichter Chinas. Xie Lingyun ist der berühmteste Dichter in der Shan-Shui-Dichtung. Seine Dichtung erscheint als philosophisches Naturkonzept, das stark buddhistische, daoistische und konfuzianische Einflüsse aufweist, so dass seine Naturbeschreibungen kein naives Gefühl zeigen.

 

Mein Vorfahr Xie Wen Qing (謝文卿, 1046 –1126) war der Herzog Putian. Putian ist heute in China eine bezirksfreie Stadt der chinesischen Provinz Fujian. Sie liegt an der Taiwan-Straße zwischen Fuzhou und Xiamen. Xie Wen Qing ist ein Nachfahre von Xie An in 26. Generation, und war ein Kanzler der Song-Dynastie, die von 960 bis 1279 die herrschende Dynastie im Kaiserreich China war. Xie Wen Qing wurde zunächst in die heutige Provinz Guangdong verbannt und dann auf die subtropische Insel Hainan. Ich bin ein Nachfahre von ihm in 30. Generation.

Die Song-Dynastie (960-1279) war eine kulturell reiche und anspruchsvolle Alter für China. Es gab Blühen und Fortschritte in der Bildenden Künste, Musik, Literatur und Philosophie. Die Beamten der herrschenden Bürokratie, die eine strenge und umfassende Prüfung unterzog Dabei erreichte neue Höhen der Ausbildung in der chinesischen Gesellschaft, während die allgemeine chinesische Kultur wurde durch weit verbreitete Druck, wachsende Alphabetisierung und verschiedene Kunst verbessert.

Ci () ist eine chinesische Lyrik-Gattung. In ihrer Form waren die Ci-Gedichte weitgehend frei und unterlagen insbesondere nicht den vielfältigen Beschränkungen der Gushi, vor allem aber der Jintishi. Su Shi (蘇軾, 1037-1101) gehörte zu einem der bedeutendsten Ci-Dichtern. Su Shi schrieb: „ Xie Lingyun hat mich im Denken und Schreiben sehr geprägt. (遥怀谢灵运)“

Im Jahr 1057 bestand Su Shi gemeinsam mit seinem Bruder die Jinshi-Beamtenprüfung, eine Voraussetzung für ein hohes Regierungsamt. 1060 trat er in den Staatsdienst ein und übte zwanzig Jahre lang unterschiedliche Beamtenposten in ganz China aus. 1069 wurde Su Shi Sekretär im Ministerium für das Beamtenwesen und erklärter Gegner der Reformpolitik Wang Anshis, was zu seiner Strafversetzung nach Hangzhou führte. An diese Zeit erinnert heute noch der Su-Damm. 1079 wurde gegen Su Shi ein Verfahren wegen beleidigender Äußerungen über die Regierung angestrengt und er wurde kurze Zeit sogar ins Gefängnis gesteckt. Erst 1086, als Wang Anshi gestorben war, wurde er an den Kaiserhof in Kaifeng zurückgerufen und nahm wieder hohe Staatsämter ein.

1094, als die Reformpartei wieder an die Macht kam, wurde Su Shi erneut der Prozess gemacht, weil er sich angeblich abschätzig über den Kaiser geäußert hatte. Dieses Mal wurde er zunächst in die heutige Provinz Guangdong verbannt und dann auf die subtropische Insel Hainan, die damals noch außerhalb des chinesischen kulturellen Einflussgebietes lag. 1101 ließ die Kaiserinmutter Su Shi rehabilitieren, aber er starb nach seiner Begnadigung im selben Jahr in dem Ort Changzhou, in der heutigen Provinz Jiangsu.

index

Im Herbst jedes Jahrs findet eine Gedenkzeremonie zu Ehren des Herzogs Xie Wen Qing statt, alle seine Nachfahren kommen von 30 Provinzen Chinas nach Hainan, auch die Übersee-Familienmitglieder Xie in der ganzen Welt.

Mein Urgroßvater heißt Xie Yuanyun (谢源云,1866 – 1927), mein Großvater heißt Xie Zichang (谢自菖,1894 – 1942), mein Vater heißt Xie Jinchuan (谢晋川,1924 – 1990).

 

FotoGenerationXieFamilienstamm Xie: 文君浓应举雄才位居南邦任大朝廷国以奇天王乃士德渊源自晋盛于东渡名贤经济博学诗赋

in 56. Generation = Sheng,

57. = Yu,

58. = Dong,

59.= Du,

60. = Ming,

61.=Xian,

62.=Jing,

63. = Ji,

64. = Bo,

65. = Xue,

66.= Shi,

67. = Fu.

 

Clan ist patrilineale Verwandtschaft der chinesischen Menschen mit einem gemeinsamen Familiennamen. Sie haben einen gemeinsamen Vorfahren. Bei der patrilinearen (in der Linie des Vaters) Regelung wird die Zugehörigkeit des Individuums zu einer Verwandtschaftsgruppe nach der männlichen Abstammung (Vater, Großvater, gemeinsamer Urahn) gerechnet. Kinder gehören in diesem System zur Stammlinie des Vaters. Die Kinder des Sohnes ebenfalls, nicht aber die Kinder der Tochter – diese werden zur Linie ihres Ehemannes gerechnet. Die Stammlinie wird über die Vorväter an ihre ehelichen Söhne führt.Dabei werden Familienname, Verwandtschaftsbeziehungen, Ansehen, soziale Stellung, Privilegien und Eigentum von einer Generation an die nächste einlinig nach der Abstammung des Mannes übertragen und vererbt (in der Väterlinie). Eine Stammlinie verläuft in aufsteigender Reihe über den Vater, seinen Vater (Großvater), dessen Vater (Urgroßvater), und so weiter zurück bis zum Gründer dieser Linie, dem „Stammvater“ (Ahnherrn).

Zupu (族谱) ist ein genealogisches Buch mit den Familiengeschichten von Generation zu Generation der männlichen Linie. Da Zupu (Register) wird regelmäßig aktualisiert. Die Aktualisierung des eigenen Zupu ist eine sehr wichtige Aufgabe der chinesischen Tradition, und man kann seine Lebensgeschichte tausende Jahre zurückführen. Zupu bleibt in privater Hand. Das Zupu der berühmten Familie ist auch in der öffentlichen Bibliothek zu finden.

Zupu gibt die grundlegende Einheit der chinesischen Abstammung und bietet Guanxi (sociale Netzwerke) an die Mitglieder der gleichen Ahnen.

Ein chinesischer Name besteht aus einem Familiennamen, meist einsilbig oder seltener zweisilbig, dem ein Vorname folgt. Die Familiennamen stammen von den Clannamen des alten China ab, der persönliche Name kann aus den Grundelementen des Wortschatzes fast frei gebildet werden und transportiert oftmals eine von den Namensgebern gewollte Bedeutung.

 

Der Familienname (auch Clanname oder Sippenname) wird in der chinesischen Gesellschaft traditionell vom Vater an die Kinder weitergegeben. Es war in der chinesischen Kaiserzeit üblich, dass die chinesischen Kaiser ihren Familiennamen an ihre Untergebenen weitergaben, um sie zu befördern.

Meine alte Heimat Wenchang (文昌) ist eine Stadt der chinesischen Provinz Hainan. Es ist eine direkt der Provinzregierung unterstellte kreisfreie Stadt. Hainan (海南) wird auch bezeichnet als „Hawaii des Osten“. Die Insel liegt im Südchinesischen Meer und ist durch die Hainanstraße (Straße von Qiongzhou) vom chinesischen Festland abgetrennt und ist – nach Taiwan – mit 34.380 km² die zweitgrößte Insel der chinesisch geprägten Welt und die größte der Volksrepublik China. Die Hauptstadt ist Haikou.

Dem chinesischen Großreich wurde Hainan bereits zu Zeiten der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) angegliedert. Unter dem General Lu Bode (路博德) wurden die südchinesischen Küstenstreifen befriedet. Darunter fiel im Jahre 110 v. Chr. auch Hainan. Lange Zeit war die Insel Teil der chinesischen Provinz Guangdong. In den Jahren 1939 bis 1945 war Hainan japanisch besetzt. Am Ende des Chinesischen Bürgerkriegs im Mai 1950 wurde die Insel von den Kommunisten erobert.

Mir wurde der Titel Zhuangyuan ()1979 verliehen. Mit der besten Note (339 Punkten) war ich Nummer eins von Hainan im Gao Kao (das nationale Examen zur Hochschul-Matrikulation).

 

 

Warum ich ein Mitglied der CSU bin

 

 You Xie 謝盛友

You Xie mit Ehefrau

You Xie mit Ehefrau

35 Jahre lang suchte ich eine Partei, in der ich Mitglied sein wollte. Im Jahre 2012 habe ich die Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU) gefunden.

Warum?

Mein Urgroßvater, mein Großvater und mein Vater waren in der Kuomintang Chinas (KMT; Nationale Volkspartei Chinas). Als ich in China war, war mir die KMT zu weit, sie ist eine Partei der Republik China auf Taiwan. Die KMT begründete 1912 die erste chinesische Republik, errang 1927 die Herrschaft über das chinesische Festland, musste sich aber nach dem verlorenen Bürgerkrieg 1949 gegen die Kommunistische Partei nach Taiwan zurückziehen, wo sie die Republik China formell fortführte und bis 1990 weitgehend diktatorisch regierte.

Sun Yat-sen war ein chinesischer Revolutionsführer und Staatsmann. Er gründete die Kuomintang und wurde am 1. Januar 1912 erster provisorischer Präsident der Republik China, mit der das 2000-jährige Kaiserreich endete. Seine politische Philosophie, bekannt als dreifaches Volksprinzip, wurde im August 1905 veröffentlicht und war stark an die Lincolns Definition der demokratischen Staatsform als „Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk“ angelehnt.

In seinem Werk Methoden und Strategien zum Aufbau des Landes, im Jahre 1919 fertiggestellt, schlug er vor, dieses Prinzip zu verwenden, um endgültigen Frieden, Freiheit und Gleichheit in China zu erreichen. Die Drei Prinzipien des Volkes dienen als Grundsatz der KMT.

Mit dem Prinzip der Volksgemeinschaft, teilweise auch ungenau als „Nationalismus“ übersetzt, sollte China ein souveräner Nationalstaat werden. Mit dem Prinzip der Volksrechte, teilweise auch als „Demokratie“ übersetzt, sollte das chinesische Volk nach westlichen Vorbild als Souverän herrschen, ein Beamtenapparat aber nach chinesischer Tradition die Verwaltung des Staates übernehmen. Die Herrschaft des Volkes sollte durch die vier Volksrechte gewährleistet werden: dem Recht Beamte zu wählen, dem Recht sie abzuberufen, dem Recht Gesetze vorzuschlagen und dem Recht über Gesetze abzustimmen. Mit dem Prinzip der Volkswohlfahrt sollte die Hauptaufgabe des Staates beschrieben werden, die Befriedigung der vier großen Lebensbedürfnisse: der Ernährung, der Bekleidung, der Wohnung und des Verkehrs aller Bürger.

Mein Großvater hat am Nordfeldzug teilgenommen. Nach dem Tode Sun Yat-sens am 12. März 1925 begann Chiang Kai-shek im Sommer 1926 den Nordfeldzug gegen die Beiyang-Warlords. Dieser Feldzug war lange von Sun geplant, jedoch nie verwirklicht worden, weil sich die Warlords, auf die er sich bislang gestützt hatte, als unzuverlässig herausstellten. Chiang baute in der Whampoa-Militärakademie eine eigene Armee nach Suns Ideologie auf.

Chiangs Nordfeldzug erwies sich als großer Erfolg. Binnen eines halben Jahres konnte er bereits bis zum Gelben Fluss vorstoßen und dabei mehrere, als Eliteeinheiten angesehene Beiyang-Truppen zerschlagen. Innerhalb der Kuomintang gab es schon seit langem unterschiedliche Meinungen, wie mit den Kommunisten umgegangen werden sollte. Der linke Flügel, als dessen prominenteste Vertreterin Song Qingling, die Witwe von Sun, zu nennen ist, wollte mit den Kommunisten und damit auch mit der Sowjetunion zusammenarbeiten, während der rechte Flügel den Kommunisten eher ablehnend gegenüberstand und eher den Amerikanern und Engländern zugeneigt war. Der große Erfolg des Nordfeldzuges stärkte Chiangs Stellung in der Kuomintang, und so konnte sich der rechte Flügel durchsetzen. Als im Mai/Juni 1925 die Briten mit der blutigen Niederschlagung von zwei antiimperialistischen Demonstrationen eine gewaltige Streik- und Boykottbewegung provozierten, setzten sich die Kommunisten an die Spitze dieser Bewegung.

Am 20. März 1926 ergriff Chiang Kai-shek die Initiative, entmachtete die Kommunisten in Kanton und begrenzte den Einfluss der sowjetischen Berater. 1927 begann Chiang, die Kommunisten offen zu verfolgen. Als Reaktion darauf richteten die Kommunisten Widerstandsbasen in den ländlichen Gebieten ein. Dieser Strategiewechsel markierte zugleich den Führungswechsel bei den Kommunisten von den eher westlich-theoretisch angehauchten Führern zu den pragmatischen, chinesisch-bäuerlichen Führern wie Mao Zedong.

Währenddessen konnte Chiang 1928 das Riesenreich China zumindest formal unter der Flagge der Republik einen. Gegen den letzten Warlord musste er nicht antreten. Der Herrscher der Mandschurei, der junge Zhang Xueliang schwor der Nationalregierung die Treue und ließ die Flagge der Republik vor seinem Hauptquartier hissen. Allerdings wich Chiangs Republik stark vom Ideal Suns ab und glich mehr einer Militärdiktatur. Nachdem er einige opponierende Generäle ins Exil schicken konnte, begann er seinen Feldzug gegen die Basen der Kommunisten. 1934 sahen sich die Kommunisten in den Südprovinzen gezwungen, ihre Basen zu verlassen. In einem „Langen Marsch“, der innerhalb eines Jahres 1934/1935 elf Provinzen durchquerte, konnte sich der „Kern“ der Kommunistischen Partei Chinas nach Yan’an in der Provinz Shaanxi retten.

Mein Vater war der Generaldirektor der Bank of Taichengfeng. Das Unternehmen wurde 1912 von meinem Urgroßvater gegründet und als ein Teil der Bank of China. Nach dem chinesischen Bürgerkrieg, der 1949 endete, wurde die Bank of China in zwei Bereiche geteilt. Ein Teil der Bank wurde in Taiwan unter der Regierung der Kuomintang angesiedelt. 1971 wurde dieser Teil in Taiwan privatisiert und erhielt den Bankennamen International Commercial Bank of China. Mittlerweile fusionierte diese wiederum mit dem taiwanesischen Ableger der chinesischen Bank of Communications (dort „Bank of Transportation“) zur Mega International Commercial Bank.

Der andere Teil der BOC in China entwickelte sich zur zweitgrößten Darlehensbank in China landesweit und zur achtgrößten Bank in Marktkapitalisierung weltweit.

Sehr traurig war es aber, dass die KP-Regierung die Bank of Taichengfeng der Familie Xie in Staatseigentum überführte.

Im Oktober 1953 hat das Zentralkomitee der KPCh offiziell beschlossen, sich auf den Übergang zum Sozialismus zu beginnen. Die chinesische Regierung wollte die Gesamtvolkswirtschaft steuern und hat deshalb Privatwirtschaft in die Staatsunternehmen einbezogen. Meiner Familie wurde die Bank of Taichengfeng 1957 enteignet.

Mein Urgroßvater, mein Großvater und mein Vater waren sehr beeinflusst von Konfuzius: „Werdet gebildet und gesund, haltet die Familie harmonisch, regiert das Land mit Weisheiten, dann könnt Ihr Feinde aus aller Welt besiegen.“ Dieser Spruch prägt das Land China sehr stark. In meiner Familie werden die traditionell-chinesischen Werte wie Pietät, Respekt vor Autoritäten und Lerneifer von Generation zu Generation wahrgenommen, und wir versuchen dies zu verinnerlichen.

Im Jahre 2012 habe ich die CSU gefunden. Das Buchstabe C und das Buchstabe S im Parteinamen haben mich überzeugt. Christlich und sozial, das sind die Grundwerte der CSU, ähnlich wie die Konfuzius‘ Werte, die mir sehr wichtig sind.

Ich kenne Konfuzius‘ Werte als Loyalität, Pietät, Ergebenheit und Gerechtigkeit.

Als ich noch Student in Bamberg war, habe ich Josef Müller (1898 – 1979) gelesen. Josef Müller war in der Weimarer Republik Abgeordneter der Bayerischen Volkspartei und nach 1945 der erste Vorsitzende der CSU.

Josef Müller hat mir die CSU nähergebracht. Am 12. September 1945 wurde in München die Gründung einer „Bayerischen Christlich-Sozialen Union“ beschlossen, welche am 11. Oktober formell vollzogen wurde. Am 13. Oktober 1945 gründete sich die CSU in Würzburg. Am 17. Dezember 1945 wählte der Vorläufige Landesausschuss Josef Müller zum amtierenden Vorsitzenden. Die gesamtbayerische Gründungsversammlung fand schließlich am 8. Januar 1946 statt, am 14. und 15. Dezember 1946 beschloss die zweite Landesversammlung das erste Grundsatzprogramm und bestätigte den bisher vorläufigen Parteivorsitzenden Josef Müller in seinem Amt. Anders als die christlich-konservativen Parteien in den anderen Bundesländern, die sich 1950 zur CDU zusammenschlossen, blieb die CSU selbstständig und organisatorisch auf Bayern beschränkt.

Es sind vor allem die zivilisatorischen Errungenschaften der Aufklärung, die die politische Kultur Deutschlands geprägt haben. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – die Losung der französischen Revolution findet sich auch heute noch in Parteiprogrammen. Und fast alle Parteien bekennen sich zu diesen Werten.

Ich sage mir, dass gerade mir die zeitlosen Grundwerte wichtig sind, die bei der CDU und CSU nicht allein in den Ideen der Aufklärung liegen, das macht schon das „C“ in ihren Parteikürzeln deutlich. Am Ende müssen wir Menschen uns vor Gott verantworten. Werte wie die Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ergäben sich aus dem christlichen Menschenbild. Die Union will, dass sich Deutschland zu beidem bekennt: zu den christlich-abendländischen Wurzeln und zu den Ideen der Aufklärung. Das christliche Menschenbild ist und bleibt für CDU und CSU der Orientierungspunkt.